Herand – das kleine Fjorddorf und seine prächtige Geschichte

In einer anmutigen Bucht zu Füßen des Nationalparkes, liegt das kleine Fjorddorf Herand. Unter all den reizenden Fjorddörfern Folgefonnas ist Herand wohl das schönste. Dabei sticht es nicht nur durch seine preisgekrönte Landschaft und seine reiche Geschichte hervor, sondern auch durch eine legendäre Offenheit und Gastfreundlichkeit. Sie werden kaum ein anderes Dorf finden, das seine reichen Natur- und Kulturschätze so großzügig und liebevoll mit seinen Besuchern teilt wie Herand.

Herand ist zudem einer der wenigen offiziellen Landschaftsparke in Norwegen. Und er ist preisgekrönt. Der berühmte Kulturwanderweg lädt ein auf eine Entdeckungsreise durch den Park und die über 9000-jährige Geschichte des Dorfes, von der letzten Eiszeit bis heute.

Felszeichnungen aus der Bronzezeit

Archäologen der Universität Bergen entdeckten ihn vor einigen Jahren und waren entzückt: Idyllisch zwischen alten Apfelbäumen gelegen trägt der Fels Marikarvet geheimnisvolle Grüße aus uralten Zeiten. Vermutlich war dieser Ort zu Bronzezeiten ein Platz der Rituale und Zeremonien. Bis heute sind die alten Opfergruben und 85 Zeichnungen gut zu erkennen. Neben Langbooten und Kreissymbolen sind hier sogar menschliche Figuren verewigt. Die Informationstafeln vor Ort geben Einsichten in Deutung und Hintergründe.

Bootsbau

Wie viele Fjorddörfer war auch Herand bis Mitte des 20. Jahrhunderts nur über den Seeweg zu erreichen. Und die Bootsbautradition florierte. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Herand eine der wichtigsten Bootsbaustätten des norwegischen Westlandes. Die meisten Höfe waren neben der Landwirtschaft in dieses altehrwürdige Handwerk involviert, und selbst die Höfe, die weit oberhalb des Fjordes lagen, hatten ihre eigenen Werkstätten und brachten die fertigen Kunstwerke aufwendig hinab ans Wasser. Gemeinsam mit Herands letztem lebenden Bootsbauer wurde vor einigen Jahren ein kleines Museum errichtet. Zu sehen gibt es hier Originalwerkzeuge, historische Dokumente und Bilder sowie eine echte „Herandsgavl“.

Die alte Sägemühle

Mitten im Dorf liegt Herands 400 Jahre alte Sägemühle. Bis heute wird sie von der Kraft des brausenden Herandbaches angetrieben. Im 19. Jahrhundert brachte sie den Bootsbau in Herand zu Blüte, heute sägt sie Bretter für authentische Renovierungsarbeiten an historischen Gebäuden.

Das Kulturhistorische Zentrum

Die Zahl der Sehenswürdigkeiten in Herand ist groß. Neben den oben genannten Attraktionen verfügt das Dorf noch über ein ganzes Schatzkistchen weiterer Kulturdenkmäler. Im Kulturhistorischen Museum finden Sie eine ganzheitliche Übersicht, eingerückt in den jeweiligen historischen Kontext. In wunderschönen Großformatbildern und kleinen Filmen trägt Sie die Ausstellung durch über 9000 Jahre Geschichte, von der letzten Eiszeit bis heute. Mit diesen Hintergrundsinformationen ausgerüstet können Sie sich nun getrost selbst auf den Weg durch den Ort begeben, und die Spuren dieser faszinierenden Geschichte live entdecken.

Weitere Informationen zum Kulturwanderweg in Herand finden Sie hier.

TIPP: Herand ist nicht nur historisch interessant, hier finden Sie auch ein großes Angebot an unterschiedlichsten Outdooraktivitäten, an Land und zu Wasser. Wandern, Klettern, Fahrradfahren, Kajak, Angeln, Baden, Wasserski, Reiten oder Windsurfen und vieles mehr.