Von der Sommeralm "Reiseter" nach Digrahaug

Reiseter, die letzte aktive Bergalm in Hardanger, erwartet Sie mit vielseitigem Vergnügen: Die Aussicht ist atemberaubend, das traditionelle Essen herzhaft und die anschließende Wanderung nach Digrahaug, sowohl landschaftlich als auch historisch mehr als lohnend.

Nach Reiseter zu gelangen ist unkompliziert - eine Straße bringt Sie die ganzen 330 Höhenmeter bis hinauf zur Alm. Der Gastwirt und die Gastwirtin sind stolz darauf, Ihnen hausgemachte, traditionelle Gerichte servieren zu können. Planen Sie eine Wanderung nach Digrahaug, empfehlen wir Ihnen den Ausflug mit einer wunderbar herzhaften Mahlzeit in Reiseter abzurunden. Wo kann es besser schmecken als hoch über dem Fjord zwischen majestätischen Felsen, grünen Sommerweiden und kristallklaren Bergbächen?

Wanderweg zum Gletscher

Ist die Aussicht bei Reiseter bereits spektakulär, verschlägt es einem doch bereits nach den ersten Minuten des Aufstiegs erneut den Atem. Tief unter Ihnen schlängelt sich der blauschimmernde Sørfjord durch die steilen Bergwände. Auf der gegenüberliegenden Seite können Sie nun die berühmte Hochebene Hardangervidda erahnen.

Bald führt Sie der Pfad in südwestlicher Richtung durch den Wald. Hier umgibt Sie eine reiche Flora, faszinierende Geologie und verschiedene alte Kulturdenkmäler, einige davon nahezu unsichtbar in der Landschaft verborgen.

Kochtöpfe aus dem Berg

Machen Sie einen kleinen Abstecher über Håedalen (ausgeschildert), können Sie eine alte Sommeralm entdecken. Hierher brachten die Bauern früher ihr Vieh zur Sommerweide.

Falls Sie sich die Zeit nehmen genauer hinzusehen, können Sie die unterschiedlichen Steine in den Fundamenten der Almhäuser erkennen: Gabbro und Granit. Auch die Geröllfelder oberhald der Häuser bestehen hauptsächlich aus Granitblöcken.

In der Nähe des Baches Skiparvikelva sticht Ihnen vielleicht ein hellgrüner Stein ins Auge: ein Serpentinit. Und dicht bei Nonstein finden Sie Spuren eines alten Speckstein-Steinbruches. Hier wurden einst Kochtöpfe aus dem Berg gemeiselt.

Der historische Eisweg

Schließlich bei Digrahaug angekommen, können Sie den wunderschönen Anblick der irisierend weißen Schneeflächen auf dem Gletscherrücken genießen.

Früher wurde dieses Eis abgebaut - für die Vorfahren unserer modernen Kühlschränke. Die letzten Überbleibsel des alten Eisweges sind bis heute sichtbar. Auf Pferdewagen wurde das Eis vom Gletscher bis hinunter nach Skiparvika gebracht, von wo aus es zu anderen Orten am Fjord und sogar bis ins Ausland verschifft wurde. Im 19. Jahrhundert befand sich die Gletscherkante noch wesentlich tiefer.

Planen Sie für Ihre Wanderung von Reiseter nach Digrahaug ca. 1,5 - 2 Stunden ein, ebenso für den Rückweg. Kehren Sie früh genug zurück, so dass Sie den Rückweg noch bei Tageslicht gehen können.

ACHTUNG: Versuchen Sie NICHT den Folgefonna Gletscher von Digrahaug aus zu erreichen. Dies ist in der heutigen Lage des Gletschers extrem gefährlich!